Saarland. Heute Abend passiert etwas, worauf der Saarländer praktisch sein ganzes Leben vorbereitet wurde: Es wird dunkel. Dann wieder heller. Und danach wieder dunkel.

Astronomen nennen das eine partielle Sonnenfinsternis.

Im Saarland nennt mer das:

„Ei gudd, dann hann mir jo zweimal Owend.“

Los geht's gegen 19.20 Uhr. Der Mond schiebt sich vor die Sonne, gegen 20.15 Uhr ist der Höhepunkt erreicht.

Und damit ergibt sich ein bislang völlig unterschätztes gesellschaftliches Problem:

Wenn's zweimal dunkel wird – muss mer dann aa zweimal Owend esse?

Die Antwort aus ersten saarländischen Haushalten ist eindeutig:

Jo. Sicher. Was dann sonscht?

19.20 Uhr: Erstes Abendessen.
20.15 Uhr: Zweites Abendessen.

Und weil zu jedem ordentlichen Feierabend ein Feierabendbier gehört, gilt selbstverständlich:

🍺 Erste Dunkelheit: erstes Ur-Pils.
🍺 Zweite Dunkelheit: zweites Ur-Pils.

Wissenschaftler weisen allerdings darauf hin, dass man niemals ohne geeignete Schutzbrille direkt in die Sonne schauen soll.

Der Saarländer winkt ab:

„Isch gugge jo net in die Sonn. Isch gugge, ob de Schwenker schunn fertig is.“

Besonders hart dürfte der Abend für Kinder werden. Zweimal dunkel bedeutet nach saarländischer Logik schließlich auch:

Zweimal Zähne putze unn zweimal ins Bett.

Die Eltern zeigen sich begeistert.

Die Kinder haben bereits Widerspruch eingelegt.

Also: Schutzbrill uff, Schwenker an unn Ur-Pils kaltstelle.

Denn wann gibt's schon mal einen wissenschaftlich halbwegs brauchbaren Grund für zwei Feierabende an einem Mittwoch?

Satire. Die Schutzbrille hingegen is ernst gemeint.